Quantitatives Elektroenzephalogramm (qEEG)

 

Um die Arbeitsweise sowie Über- und Unteraktivierung neuronaler Netzwerke im Gehirn objektiv zu erfassen, bedient man sich in der wissenschaftlichen Forschung und der klinischen Praxis einer Messmethode, die als Quantitatives Elektroenzephalogramm (qEEG) bezeichnet wird. Während eines qEEGs werden die Gehirnströme des Patienten im Ruhezustand mit zunächst geschlossenen und sodann geöffneten Augen mit einer bequemen qEEG-Kappe auf dem Kopf des Patienten gemessen. Die Aufnahme dauert meist nicht länger als 15 Minuten und wird sogar von Kleinkindern toleriert.

 

Mithilfe des qEEGs können objektive Aussagen über das Auftreten bestimmter Aktivierungsmuster getroffen werden, die eventuell mit den spezifischen Symptomen des Patienten oder mit Regulationsstörungen einhergehen. Des Weiteren wird überprüft, ob sogenannte paroxysmale Aktivitäten, also Instabilitäten, zu erkennen sind, die auf ein erhöhtes Epilepsierisiko oder eine Krampfneigung hindeuten.

Gegebenenfalls durchläuft der Patient zusätzlich eine psychometrische Testbatterie, um verschiedene kognitive und exekutive Funktionen des Gehirns zu testen, wie z.B. Merkfähigkeit, Arbeitsgedächtnis, kognitive Flexibilität, Informationsverarbeitung, Aufmerksamkeitsspanne, Daueraufmerksamkeit, Impulskontrolle und -hemmung, Handlungsplanung und -steuerung. Dank moderner Analysesoftware zur Verarbeitung des qEEG werden die dynamischen Veränderungen im Gehirn (sprich: welche Areale effizient arbeiten und welche weniger effizient oder übererregt sind) sogar während kognitiver Verarbeitungsaufgaben beobachtet. Die EEG-Messwerte werden zudem mit Daten aus einer normativen Datenbank (Standardabweichung von einer altersangepasste Referenzgruppe) verglichen. Dabei benutzt man sogenannte Brain-Maps, also Gehirn Kartographien.

Das qEEG wird vor Allem bei komplexen Krankheitsbildern eingesetzt, um ein auf die speziellen Bedürfnisse/ Stärken und Schwächen des Patienten zugeschnittenes, Behandlungsprotokoll für die Neurofeedback-Therapie festzulegen, die Therapie zu planen und um den Therapiefortschritt zu kontrollieren. Die Ergebnisse der qEEG Analyse werden mit dem Patienten detailliert besprochen.

 

Basierend auf den Ergebnissen der Anamneseerhebung, des Stress-Profils, des quantitativen Elektroenzephalogramms und nach Selbstbeurteilungsverfahrens mit Fragebögen werden mit den Patienten gemeinsam die Therapieziele formuliert und ein individueller Behandlungsplan erarbeitet.